Jan Kilman

 

Wer zum Teufel ist dieser ominöse Jan Kilman? Der Autor von "Heldenflucht", dessen Homepage ihr hier finden könnt: Jan-Kilman-Homepage? *Trommelwirbel!* Rudi Jagusch ist Jan Kilman, Jan Kilman ist Rudi Jagusch. Ja, ich habe mir ein Pseudonym zugelegt. Jetzt wird sicherlich zurecht gefragt: Wieso das denn? Die Erklärung ist ganz einfach: "Heldenflucht" ist mein erster historischer Roman, weitere habe ich in der Planung. Und um diese Richtung von meinen, in der Gegenwart spielenden Krimis und Thrillern abzugrenzen, benutze ich jetzt ein Pseudonym. So wird bereits anhand des Autorennamens klar, in welches Zeitalter ich entführe.

 

Heldenflucht Teaser

 

1918 – Deutschland nach dem großen Krieg … Das Land wird von Hungersnöten heimgesucht, die Daheimgebliebenen warten sehnsüchtig auf die Kriegsrückkehrer. In dieser düsteren Zeit kehrt die Kriegsberichterstatterin Agnes Papen zurück in die Eifel, in ihr Heimatdorf, das von den Wunden des Krieges heimgesucht wird, wie sich bald zeigt. Als die Bewohner einen stummen französischen Soldaten stellen, kommt eine Spirale der Gewalt in Gang. Menschen verschwinden spurlos, und in den Wäldern wird schließlich eine Leiche gefunden. Agnes beschließt, sich auf die Suche nach der Wahrheit zu machen …

 

 

 

Das Trauma des ersten Weltkriegs

 

Ein zentrales Motiv des Romans ist die psychische Zerrüttung der Kriegsteilnehmer. Wieso kam es aber gerade im Ersten Weltkrieg derart massiv zu seelischen Verstümmelungen? Was unterschied diesen Krieg von allen anderen Kriegen vorher?

 

Im Ersten Weltkrieg vollzog sich ein entscheidender Wandel in der Kriegstechnik und Kriegsführung.

 

Durch die Industrialisierung wurde es möglich, Massenvernichtungswaffen in größter Stückzahl herzustellen. Maschinengewehre töteten hunderte Soldaten in Minuten, Artilleriegeschosse von kaum vorstellbarer Vernichtungskraft zerfetzten Menschen von einem Moment auf den anderen. Die Soldaten harrten in Todesangst, zur Untätigkeit verdammt, in Gräben aus, die nur bedingt Schutz boten. Schlamm, Kälte, Ratten, Läuse, Hunger und Durst machten das Leben selbst in ruhigen Zeiten zur Hölle. Das Wechseln der Kleidung war mitunter über Wochen und Monate nicht möglich. Das Leder der Stiefel verwuchs mit der Haut der Soldaten, Wasser wurde aus Granattrichtern geschöpft, in denen Leichen verwesten.

Besonders perfide war der Einsatz einer neuen Waffe, die lautlos und unsichtbar wirkte – Giftgas. Es führte zu Erblinden, Ersticken, Hautverätzungen.

 

Hundertausende Tote und Verwundete, damit einhergehend über Jahre hinaus Leid, Elend, Blut, abartige Verletzungen, Amputationen. Auf eine solche Apokalypse war niemand vorbereitet.

 

Auf ihre seelische Verarbeitung auch nicht. Die Psychoanalyse steckte noch in den Kinderschuhen. Viele von diesen Krankheiten traten zum ersten Mal in der Geschichte auf und überforderten damit die Ärzte, die aus Hilflosigkeit zu drastischen Mitteln wie der Starkstromtherapie oder Hungerkuren griffen.

Die Erscheinungsformen der Schützengrabenneurosen waren überaus vielfältig. Es gab die sogenannten »Kriegszitterer«. Es gab Männer, die sich nur noch tanzend fortbewegen konnten. Andere litten an Gedächtnisverlust. Symptome wie Lähmungserscheinungen, Stummheit, Sprachstörungen und Angstattacken breiteten sich unter den Soldaten nahezu seuchenartig aus.

 

Diese posttraumatischen Belastungsstörungen bilden die Grundidee für Heldenflucht.

 

Eine große Tragik des Ersten Weltkriegs liegt darin, dass viele der überlebenden Soldaten als gebrochene, körperlich und geistig schwerkranke Menschen zurückkehrten und die Daheimgebliebenen nicht wussten, wie sie ihren Angehörigen, Ehemännern und Freunden, die sie kaum mehr wiedererkannten, helfen sollten. Dass in manchen der Heimkehrer, die eigentlich nur das Beste wollten, etwas Anderes, etwas Abgründiges erwacht, ist der Ausgangspunkt von Heldenflucht.